Kinderferienspiele – Geocaching

Auch in diesem Jahr wollten wir uns mit einer Aktion an den Kinderferienspielen beteiligen. Es sollte etwas Spannendes in freier Natur sein, was die Kinder cool finden. Bei unseren Überlegungen viel das Wort Geocaching. Das hörte sich auf Anhieb gut an – aber was ist das genau?

Geocaching ist eine moderne Schatzsuche. Verstecke in freier Natur (GeoCaches) werden anhand geographischer Koordinaten im Internet veröffentlicht und können anschließend mit Hilfe eines GPS-Empfängers gesucht werden.


GPS (Globales Positionierungs-System) ist weltweit das wichtigste Ortungs- und Navigationssystem und wird zum Beispiel zur Positionsbestimmung in der Forst- und Landwirtschaft eingesetzt oder als Navigationssystem im Auto. Es basiert auf Satelliten, die ständig ihre sich ändernde Position und die genaue Uhrzeit ausstrahlen. Aus deren Signallaufzeit können GPS-Empfänger dann ihre eigene Position und Geschwindigkeit berechnen.
Die Bewegungsrichtung des Empfängers kann ebenfalls ermittelt werden und somit als künstlicher Kompass dienen.

Das war genau das Richtige für junge Abenteurer, Schatzsuche mit Hightech-Geräten. GPS-Empfänger standen zur Verfügung, aber Karte und Kompass sollten auch zum Einsatz kommen, schließlich könnte die Technik mal versagen und dann ist es gut, wenn man sich mit den herkömmlichen Navigationsmitteln auskennt.
Kartenmaterial konnten wir uns aus dem Internet besorgen. Einfach und gut ist hier das Geografische Informationssystem des Kreises Soest, kurz GIS genannt. Dort werden zu jedem Punkt auf der Karte die Koordinaten gleich mitgeliefert. Die weitere Planung sah vor, dass die Kinder Aufgaben lösen mussten, um die Koordinaten von den so genannten „Caches“ zu erfahren. Alternativ sollten geografische Angaben gemacht werden, damit die Verstecke auch mit Kompass und Karte aufgespürt werden konnten. Dann bildeten wir drei Teams, die jeweils eine Route ausarbeiten sollten mit dem Endziel: Zeltplatz der DPSG am „Eulenspiegel“.

Nach kurzer Planung konnten die Ferienspiele mit der BUND-Ortsgruppe beginnen. Am Samstag den 12.07.2008 starteten wir um 14.00 Uhr auf dem Kirchplatz in Kallenhardt. Die 20 angemeldeten Kinder wurden in drei Gruppen aufgeteilt.

Zuerst wurde den Kindern die Funktionsweise eines GPS-Gerätes und die angezeigten Hoch- und Tiefwerte der Koordinaten erklärt. Sie erfuhren, dass 12 Satelliten im Weltraum ständig funken und diese Daten von einem speziellen Empfänger (wie bei einem Navigationsgerät) gesammelt werden und je mehr Satelliten erreichbar sind, umso genauer sich eine Position bestimmen lässt.

Nach einer kurzen Übung gab es auch schon die erste Aufgabe. Wurde diese richtig gelöst, hatte man die Koordinaten für die nächste Station. Diese Werte wurden dann in das GPS-Gerät eingegeben und die „virtuelle Nadel“ führte die Gruppe zum ersten Cache. Der erste Versuch endete zwar direkt an den Kirchenmauern – aber da war die Zahl der Erdtrabanten wohl noch zu gering!?

Als zweite Variante wurde den Kindern der Umgang mit Karte und Kompass näher gebracht. So erfuhren sie, dass der Norden auf 0° und der Osten, nach einer Vierteldrehung im Uhrzeigersinn, auf 90° sowie der Süden nach einer halben Drehung auf 180° liegt. Wichtig war auch zu wissen, dass der Maßstab angibt, wie viel Meter in der Natur gleich Zentimeter auf der Karte sind. Mit diesem Wissen konnten auch die geografischen Tipps auf den Aufgabenblättern genutzt werden um zum nächsten Ziel zu gelangen.

Der Geo-Tip lautete: „Das nächste Ziel liegt 570 Meter in westlicher Richtung auf 280° vom Standort“

Mit dieser Angabe sollte der nächste Cache bestimmt werden. Zunächst musste auf der Karte der eigene Standort markiert werden. Darauf wurde ein „Papierkompass“ mit Gradeinteilung in Richtung Norden fixiert. Jetzt konnte man die Richtung bestimmen. Danach wurde ein Lineal von der Markierung über die Gradzahl angelegt. Anhand des Maßstabs konnte die Strecke eingezeichnet und die nächste Station bestimmt werden.

Die gelösten Aufgaben führten zum Ziel

Auf der Strecke gab es einige Aufgaben zu lösen. Getreidesorten mussten erkannt werden, Schmetterlinge waren zu bestimmen und Planeten sollten in ihrer Reihenfolge zur Sonne angeordnet werden. Auch markante Punkte in und um Kallenhardt sowie einige Ortsteile von Rüthen mussten auf der Karte erkannt werden.

Die ca. 5 – 6 Kilometer langen Strecken gingen auf und ab, quer durch´s Gelände. Die Kinder hatten viel Spaß, wenn zum Beispiel ein Bach über Baumstämme überquert werden musste oder ein Cache auf einem Baumansitz lagerte.

Hier führt der Weg einer Gruppe durch das Mühlentwitgen zur Walsmühle. Mit den richtigen Koordinaten konnte dort ein Schatz gehoben werden, der zu einer kleinen wohlverdienten Pause einlud.

Die Aufgaben waren nicht immer leicht. Blätter mussten heimischen Baumarten zugeordnet werden. Einen Text über Wald und Feld ergänzten die Kinder tadellos und Waldtiere wurden anhand typischer Beschreibungen richtig bestimmt. Selbst Grenzpunkte zu den Ortsnachbarn wurden abgefragt. Die jeweils richte Lösung zeigte den Teilnehmern den weiteren Weg.

Ziel erreicht – Schatz gehoben

Nach 2,5 Stunden Fußmarsch hatten alle Gruppen das Ziel am Eulenspiegel erreicht und der Schatz konnte gehoben werden. Für jedes Kind gab es eine Kappe, Frisbeescheibe, Wasserball und eine Eintrittskarte für das Allwetterbad. Auch das abschließende Picknick mit Säften und Sandwichtoast, kam bei den Kindern gut an.

Für alle Teilnehmer war es ein vergnüglicher wie informativer Nachmittag!

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