Umweltbildung – ganz spielerisch

Naturerfahrungen am Krötenzaun
Bericht und Fotos von Marianne Keuthen

Am 10.7. war es wieder soweit.

Der Kindergarten St. Clemens / Kallenhardt wanderte zum Krötenzaun auf dem Gelände von Schloss Körtlinghausen.

Schon im Vorfeld wurden die Kinder mit Bilderbüchern, Spielen und Bastelarbeiten mit dem Thema vertraut gemacht.

Was sind Erdkröten, wie sehen sie aus, wo und wie leben sie und warum wird ein Krötenzaun gebaut?

Dann war es endlich soweit.

Nach einer 3 km langen Wanderung erreichte die Gruppe um Mechthild Köller-Schulz den Krötenzaun.

Peter Dresel von der BUND-Ortsgruppe Lörmecketal erwartete die Kinder schon.

Er rief die Aktion “Krötenzaun” vor 3 Jahren ins Leben, nachdem er beobachtet hatte, wie viele Erdkröten überfahren wurden, insbesondere auch die Jungkröten auf ihrer Rückwanderung.

Besonders diese Winzlinge, kaum 1 cm groß, fallen kaum auf, wenn sie auf dem Asphalt eine Pause einlegen und in der warmen Umgebung sitzen bleiben. So werden sie schnell Opfer von Autos und Radfahrern. Auch Fußgänger mussten in dieser Zeit diesen Ort vorsichtig passieren, um nicht auf einen Winzling zu treten.

Viele schwarze “Flecken” auf der Straße zeugten damals von diesen Vorgängen.

Kindgerecht in eine Geschichte verpackt, erklärte Peter Dresel den Kindern die Wanderung und Entwicklung der Erdkröten.

Dann ging es los. Vorsichtig, teilweise sogar auf Zehenspitzen gingen die Kinder auf der Straße den Zaun entlang.

Dabei wurde auch schon die eine oder andere kleine Erdkröte entdeckt und vorsichtig im Gras auf der anderen Straßenseite abgesetzt.

In den Boxen entlang des Zaunes hatten sich über Nacht wieder viele Jungkröten, Grasfrösche und Molche gesammelt.

Die Kinder konnten nun ganz praktisch erleben, wie winzig diese Tiere sind und dass sie so eine Art “Navigationssystem” haben, welches ihnen den Weg zeigt, wenn man sie über die Straße trägt und wieder in die Freiheit entlässt.

Auch ein kleiner Molch erregte viel Aufmerksamkeit. “Schaut mal, wie schön sich der geschminkt hat,” sagte Peter Dresel und alle Kinderaugen schauten sich das Tier näher an und Kinderhände reckten sich ihm entgegen, um den Molch über die Hände wandern zu lassen.

Die Welt “Be-greifen” und “Er-fassen” sind für die kindliche Entwicklung wichtige Bausteine.

Mit der Wanderung zum Krötenzaun, die in diesem Jahr zum zweiten Mal stattfand, konnten die Kinder neue Erfahrungen im Naturschutz sammeln und alle Sinne einsetzen.

Wie sieht eine kleine Kröte aus, wie fühlt sie sich an, wer traut sich eine vorsichtig auf die Hand zu nehmen, wie bewegt man sich selbst vorsichtig vorwärts und was gibt es sonst noch zu sehen?

Mit dieser Aktion zeigte sich, wie sensibel Kinder unter Anleitung für Naturerlebnisse werden.

Da gab es plötzlich noch viele andere kleine Dinge zu bestaunen. Regenwürmer wurden von der Straße gerettet, eine kleine blaue Libelle wurde bestaunt und ein toter Regenwurm, der von Ameisen umringt war, wurde bedauert.

Zum Abschluss gab es noch ein Picknick mit “Krötenkuchen” im  Innenhof von Schloss Körtlinghausen, bevor die Kinder von den Eltern abgeholt wurden.

 

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